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Authentisch – aber nicht um jeden Preis

Authentisch – aber nicht um jeden Preis

Wenn es gerade einen Konsens in Bezug auf Führungspositionen gibt, dann diesen: Wer führen will, muss authentisch sein! Die Spatzen rufen es schon von den Dächern: Ein echter Leader soll durch seine Persönlichkeit bestechen, er soll seine Mitarbeiter mit seinen Werten und seiner Präsenz überzeugen und mitreißen. All das ist richtig. Und: Es sind gute Nachrichten für uns Frauen!

Denn mit kaum etwas tun wir uns so schwer wie damit, uns zu verstellen. „Ich will mich nicht verbiegen“, höre ich immer wieder in meinen Coachings, wenn es etwa darum geht, bei der Selbstvermarktung stärker aufzutrumpfen oder in Meetings strategisch zu agieren. Viele Frauen – und übrigens auch immer mehr Männer, vor allem der jüngeren Generation – wollen auch im Job am liebsten ganz sie selbst sein, und das ist nur allzu verständlich.

Was uns dabei oft in die Quere kommt, ist unsere Neigung, uns anderen anzupassen. Es fällt uns Frauen leider oft schwer, „Nein“ zu sagen oder uns unbeliebt zu machen. Ja, wir wollen echt sein. Aber nur, wenn wir damit nicht unangenehm auffallen oder anecken! Ist das also schon wieder das Ende der Authentizität? Reicht sie gerade nur so weit, wie unsere gesellschaftliche Prägung es zulässt?

Wer wirklich als Persönlichkeit begeistern will, der muss auch dann noch echt sein, wenn es unangenehm wird. Konflikte gehören zum authentisch sein dazu! Nur wer es schafft, auch in schwierigen Situationen bei sich zu bleiben und sich nicht von anderen beirren zu lassen, kann wirklich er oder sie selbst sein. Die gute Nachricht: Konfliktfähigkeit kann man üben – zum Beispiel in meinen dafür konzipierten Seminaren und Coachings.

Ich warne allerdings davor, den neuen Authentizitätshype überzubewerten. Es braucht weit mehr als nur ein Abreißen der eigenen Masken, um erfolgreich zu führen. Sicher, in unseren digitalen Zeiten schauen die Menschen genauer hin und hinterfragen alles und jeden. Da ist es Gold wert, als Persönlichkeit wirklich zu überzeugen. Aber es gibt immer auch Anteile am eigenen Ich, die weniger förderlich sind, und an denen es zu arbeiten gilt.

Machen wir uns nichts vor: Immer wieder werden wir uns bis zu einem gewissen Punkt inszenieren müssen. Etwa wenn es darum geht, die männlich geprägten Strukturen mit ihren eigenen Waffen zu schlagen. Manchmal müssen wir uns eben doch verbiegen, um in unwegsamem Gelände gut durchzukommen. Da hilft nur eins: immer das eigene Ziel vor Augen behalten – denn das ist garantiert authentisch!

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